Für mehrere Filialen der Handelskette laufen die letzten Betriebswochen, nachdem das französische Vertriebsnetz umfassend neu verteilt wurde.
Für Beschäftigte ebenso wie für Stammkundinnen und Stammkunden endet damit ein Kapitel. Während seit Jahresbeginn der Grossteil der vom Umbau der Casino-Gruppe betroffenen Supermärkte unter einer neuen Marke geführt wird, blieb für einen Teil des Netzes eine Lösung aus. Die letzten betroffenen Standorte stellen ihren Betrieb zwischen Montag, dem 30. September, und Samstag, dem 5. Oktober, ein.
Einundzwanzig Standorte stellen den Betrieb ein
Für das Nahversorgungsnetz des Konzerns aus Saint-Étienne geht damit ein langer und schmerzhafter Abschnitt zu Ende. Von rund 300 Supermärkten, die vom Eigentümerwechsel betroffen waren, wurden 288 in andere Handelsgruppen eingegliedert. Für die verbleibenden 21 Standorte kam keine Übernahme zustande.
Die letzten betroffenen Standorte müssen zwischen dem 30. September und dem 5. Oktober ihre Türen schliessen, weil kein neuer Betreiber gefunden wurde.
Betroffen sind Verkaufsstellen in 19 Départements. In diesen Städten werden die Regale geräumt, die Teams verlassen die Filialen, und Anwohnerinnen und Anwohner müssen teils ihre Einkaufsgewohnheiten ändern. In manchen Vierteln kann das Verschwinden eines grossen Supermarkts zudem benachbarte Geschäfte, Lieferdienste und die Lebensmittelversorgung von Menschen mit eingeschränkter Mobilität beeinträchtigen.
Die angekündigten Schliessungen folgen auf den mit drei Gruppen ausgehandelten Übernahmeplan: Intermarché, Carrefour und Auchan. Durch diese Transaktionen konnte der Betrieb eines sehr grossen Teils des Supermarktnetzes gesichert werden, für die letzten Standorte ergab sich jedoch keine Perspektive.
Arbeitsplätze bis Ende November bedroht
Für die Beschäftigten der 21 Standorte steht nun die Sorge um ihre Arbeitsplätze im Mittelpunkt. Gewerkschaften gehen davon aus, dass die Betriebseinstellungen bis Ende November nahezu tausend Kündigungen nach sich ziehen könnten. Diese Zahl verdeutlicht das soziale Ausmass in den betroffenen Regionen.
Die Folgen einer Geschäftsschliessung treffen nicht nur Kassiererinnen, Kassierer und Abteilungsleitungen. Betroffen sind ebenso die Teams für Warenannahme, Instandhaltung, Leitung und Sicherheit sowie Beschäftigte in den standortbezogenen Verwaltungsdiensten.
Genannte Städte der betroffenen Casino-Standorte
Den vorliegenden Informationen zufolge befinden sich Standorte in den folgenden Gemeinden:
- Aurillac im Département Cantal;
- Brest im Département Finistère;
- Chauray im Département Deux-Sèvres;
- Chenôve und Saint-Jean-de-Losne im Département Côte-d’Or;
- Lannion und Saint-Brieuc im Département Côtes-d’Armor;
- Malemort im Département Corrèze sowie Malestroit im Département Morbihan;
- Marseille im 14. Arrondissement;
- Moissac im Département Tarn-et-Garonne;
- Montceau-les-Mines im Département Saône-et-Loire;
- Montpellier im Département Hérault;
- Saint-Doulchard im Département Cher;
- Saint-Michel-sur-Orge im Département Essonne;
- Torcy im Département Seine-et-Marne;
- Toulouse im Département Haute-Garonne;
- Valence im Département Drôme;
- Valentigney im Département Doubs.
Die veröffentlichte Aufstellung nennt 19 Städte, während die Bilanz 21 Standorte umfasst. Daraus folgt, dass mehrere Filialen demselben Gebiet zugeordnet sein können oder dass hinter einem präzisen Standort mehrere Handelsstrukturen stehen.
Intermarché, Carrefour und Auchan übernehmen den Grossteil des Netzwerks
Die Übernahme des Casino-Netzwerks erfolgte in mehreren Etappen. Den grössten Anteil übernahm Intermarché mit 190 Supermärkten. Anschliessend gab die Gruppe 26 davon an Carrefour weiter. Auchan wiederum übernahm 98 Standorte.
Insgesamt wechselten 288 Supermärkte die Marke, verbunden mit der Zusage, die Arbeitsverträge der betroffenen Teams zu erhalten.
Gerade dieser Punkt unterscheidet die übernommenen Filialen deutlich von den Standorten, die ihren Betrieb einstellen. Bei einer Übernahme geht der Arbeitsvertrag grundsätzlich mit der übertragenen Tätigkeit über. Die Beschäftigten arbeiten somit weiter am selben Ort, allerdings unter einer neuen Marke und in einer neuen Organisation. Findet sich für einen Standort kein Käufer, kann diese Kontinuität nicht gewährleistet werden.
Für Kundinnen und Kunden bringt ein Markenwechsel häufig sichtbare Veränderungen mit sich: andere Produkte in den Regalen, ein neues Treueprogramm, angepasste Preise, veränderte Öffnungszeiten oder umgestaltete Verkaufsflächen. Wo Standorte schliessen, müssen Anwohnerinnen und Anwohner je nach Angebot vor Ort auf einen Wettbewerber, ein Geschäft in der Innenstadt, einen lokalen Markt oder einen Lieferdienst ausweichen.
Eine Schliessung, die einzelne Viertel schwächen kann
Die Schliessung eines Supermarkts wirkt sich nicht überall gleich aus. In einer grossen Metropolregion stehen üblicherweise mehrere Alternativen in wenigen Fahrminuten zur Verfügung. In einer Mittelstadt oder einer dünner besiedelten Gegend kann der Rückzug einer Marke längere Wege bedeuten und die Auswahl für Familien ohne Auto verringern.
Der Begriff „Übernehmer“ bezeichnet hier ein Unternehmen, das bereit ist, eine Verkaufsstelle zu kaufen oder zu betreiben und dabei deren Tätigkeit ganz oder teilweise fortzuführen. Die Entscheidung hängt von zahlreichen Faktoren ab: Kundenfrequenz, örtlicher Wettbewerb, Miethöhe, Zustand des Gebäudes, Verkaufspotenzial oder Kosten für die Anpassung an geltende Vorschriften.
Die leerstehenden Räumlichkeiten könnten langfristig ein anderes Geschäft, eine Fachhandelskette oder ein Immobilienprojekt aufnehmen. Ein solcher Übergang benötigt jedoch oft Zeit. Bis dahin müssen Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker sowie Wirtschaftsakteure die Auswirkungen auf Arbeitsplätze, Einkaufsverhalten und die Attraktivität der betroffenen Einkaufszonen im Blick behalten.






Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen