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Babybel Maxi verschwindet: Bel investiert 60 Millionen Euro in Mini Babybel

Frau in Schutzkleidung kontrolliert und hält rote Käseräder in einer modernen Käserei.
In diesem Artikel
  1. Mini Babybel verdrängt den Babybel Maxi
  2. 60 Millionen Euro für ein Werk im Wandel
  3. Die Verpackung von Mini Babybel im Fokus

70 Jahre im Handel – nun ist Schluss. Ohne großes Aufsehen hat der Bel-Konzern die Herstellung seines traditionsreichen Babybel eingestellt. Stattdessen will das Unternehmen 60 Millionen Euro in das jüngste Produkt der Marke investieren.

Die Entscheidung steht fest: Der älteste Babybel verschwindet aus den Regalen. Der Babybel Maxi, ein 200-Gramm-Käseblock, wird von der Bel-Gruppe nicht weitergeführt. Auch die großen Formate Cousteron und Port-Salut werden am Standort im französischen Département Sarthe nicht mehr produziert. Die gesamte Produktionslinie für Presskäse des Werks wird neu organisiert. Damit endet still und ohne offizielle Pressemitteilung eine 70-jährige Käsegeschichte.

Mini Babybel verdrängt den Babybel Maxi

Verantwortlich dafür ist der Mini Babybel, der seinen großen Vorgänger regelrecht verdrängt hat. Obwohl das kleinere Format erst deutlich später in die Regale kam, eroberte es nach und nach den gesamten Platz. Heute ist Mini Babybel in mehr als 50 Ländern auf fünf Kontinenten erhältlich – in Supermarktregalen, Schulranzen und Picknickkörben. Ein enormer Erfolg.

Wie lässt sich diese Begeisterung erklären? Bel verweist auf den Ruf des Käses als „der ideale gesunde Snack“. Er besteht zu 98 % aus Milch, und seine kleine Wachshülle ist zugleich praktisch und verspielt. Dadurch spricht das Produkt längst nicht mehr ausschließlich Kinder an. Mini Babybel hat sich auch als Snack für Erwachsene etabliert – gefragt sowohl in der Büropause als auch beim Wandern. Eine solche Positionierung als Zwischenmahlzeit gab es für das Maxi-Format schlicht nicht.

60 Millionen Euro für ein Werk im Wandel

Angesichts der stark gestiegenen Nachfrage hat Bel nicht nur sein Sortiment grundlegend angepasst, sondern ebenso seine Investitions- und Produktionsstrategie überarbeitet. Seit November 2025 erhält das Werk in Sablé-sur-Sarthe, das bereits 4.000 Tonnen Mini Babybel herstellte, eine zweite Produktionslinie. Diese war ursprünglich für die USA vorgesehen und soll mehr als 10.000 zusätzliche Tonnen produzieren. Die Investition beläuft sich auf 60 Millionen Euro; die Inbetriebnahme wird Ende 2026 erwartet.

Der Standort beschäftigt 600 Mitarbeitende, erstreckt sich über 12 Hektar und feierte 2024 sein 60-jähriges Bestehen. Da ausreichend Platz für die neue Anlage vorhanden war, konnte sie innerhalb kurzer Zeit integriert werden – ein entscheidender logistischer Vorteil für den Konzern. Das Werk in Évron im Département Mayenne bleibt weiterhin der weltweit größte Produktionsstandort für Mini Babybel.

Um die höhere Produktionsmenge bewältigen zu können, muss das Werk bis 2030 die Hälfte seiner Belegschaft erneuern. Dafür werden fast 300 Neueinstellungen nötig sein. Für die Arbeitsmarktregion ist das eine erhebliche soziale Herausforderung.

Die Entscheidung, in Frankreich statt in den USA zu produzieren, wurde von der Gruppe sorgfältig abgewogen. Mini Babybel wird nämlich auch in der Slowakei, in Kanada und in Brookings im US-Bundesstaat South Dakota hergestellt. Diese „multilokale“ Aufstellung schützt den Konzern vor den von der Trump-Regierung eingeführten Zöllen. Europa wird von Europa aus beliefert, während Nordamerika für den amerikanischen Markt produziert.

Die Verpackung von Mini Babybel im Fokus

Bleibt die unbequeme Frage nach dem Kunststoff. Die Einzelverpackung von Mini Babybel steht bei Umweltschützern in der Kritik. Bel hat sich deshalb das Ziel gesetzt, bis 2030 100 % recycelbare oder zu Hause kompostierbare Verpackungen zu erreichen. Derzeit laufen Tests, insbesondere als Ersatz für das Aluminium anderer wichtiger Produkte wie Kiri. Zum Einsatz kommen könnte ein Papier, das wasser-, luft- und fettundurchlässig ist und zugleich die strengen Hygienestandards der Lebensmittelindustrie erfüllt.

Der Babybel Maxi hat damit 70 Jahre überdauert. Keine schlechte Laufbahn für einen Käse. Doch in der Lebensmittelindustrie gilt wie überall: Irgendwann müssen die Alten den Jüngeren Platz machen.

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Matthias Nordhoff

Matthias Nordhoff ist Gastronomiefachberater mit langjähriger Erfahrung in der deutschen Imbiss- und Streetfood-Branche. Für Imbiss Nordmann beschäftigt er sich mit regionalen Rezepten, nachhaltigem Wareneinkauf und der Entwicklung moderner Klassiker aus der norddeutschen Küche.

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